Tauchflasche



Eine Tauchflasche ist einfach eine Flasche aus Stahl oder Aluminium, an der oben ein Ventil dran ist und die einen Luftdruck von 200 - 300bar, je nach Bauart halten kann. Das Ventil ist mit einem Din oder Int - Anschluß zum anschließen eines Lungenautomaten ausgestattet. In Deutschland ist der DIN Anschluß die Regel.

Viel mehr gäbe es da nicht zu sagen, wenn in einer solchen Flasche nicht ein derart hoher Druck herrschen würde.Seit dem 29.05.2002 gilt die Druckgeräterichtlinie (97/23/EG) verbindlich in der Europäischen Union. Diese Druckgeräterichtlinie erlaubt auch einen Arbeitsdruck von 232 BAR. D.h. in einer 10 Liter Tauchflasche befinden sich 2,34 m3 oder 2340 Liter Luft. Dieser Druck bringt es mit sich, dass man über den Umgang mit einer gefüllten Flasche einiges wissen sollte.





Nicht jede Gasflasche ist ein Tauchgerät.
Euro-Norm DIN EN 1089-3; Farbkennzeichnung von Gasflaschen in Deutschland
Die Euro-Norm DIN EN 1089-3 wurde im Juli 1997 veröffentlicht. Aufgrund besonderer nationaler Bedingungen ist die Norm in Deutschland spätestens seit dem 1. Juli 2006, anzuwenden. Durch die Markierung der neuen Farbkennzeichnung mit dem Großbuchstaben "N" (Neu, New, Nouveau) auf der Gasflaschenschulter und durch die unterschiedlichen Ventilanschlüsse nach DIN 477 für verschiedene Gasarten sind Verwechslungen praktisch ausgeschlossen.

Der Großbuchstabe "N" weist auf die Farbkennzeichnung nach der neuen Norm hin und wird zweimal, gegenüberliegend versetzt, auf der Flaschenschulter aufgebracht. Die Farbe der ,,N"-Kennzeichnung ist weiß, schwarz oder blau, je nach Schulterfarbe und Kontrast. Bei Flaschen, deren Kennzeichnungsfarbe sich nicht ändert, z.B. Wasserstoff oder Kohlendioxid, ist das ,,N" nicht erforderlich. Flaschen für Gase zur Inhalation (Atemgase) und für medizinische Anwendungen erhalten, zur deutlichen Unterscheidung von Gasflaschen für industriellen Einsatz, im zylindrischen Teil einen weißen Flaschenkörper.



Synthetische Luft / Druckluft für Atemzwecke für Sauerstoffkonzentrationen zwischen 20-23%







Synthetische Luft / Druckluft für Atemzwecke für Sauerstoffkonzentrationen über 23% (NITROX)






Muß eine Tauchflasche zum TÜV?
Da in Deutschland Selbstmord nicht verboten ist, könnte man wenn man es unbedingt wollte auch eine alte Flasche ohne TÜV tauchen und sich dabei in die Luft sprengen. Nur darf diese niemand der das Gewerblich oder in einem Verein macht füllen.Denn wer ortsbewegliche Druckgeräte mit Druckgasen an einer Füllanlage zur "Abgabe an Andere" füllt, ist für den ordnungsgemäßen Zustand der Druckgeräte (Tauchflaschen) verantwortlich.

Für alle Flaschen, die auch fremd gefüllt werden sollen gilt daher die Betriebssicherheitsverordnung:

§ 15 Wiederkehrende Prüfungen
(7) Abweichend von Absatz 5 müssen Prüfungen der von Nummer 2 der Tabelle in Absatz 5 erfassten Flaschen für
1.... und
2.Atemschutzgeräte, die als Tauchgeräte verwendet werden, als
a)Festigkeitsprüfung alle fünf Jahre und
b)äußere Prüfung, innere Prüfung und Gewichtsprüfung alle zweieinhalb Jahre
von zugelassenen Überwachungsstellen durchgeführt werden.

In Deutschland werden diese dabei mit den neuen TÜV - Kennzeichnungen gestempelt. Die Druckflaschen haben 5 Jahre TÜV und werden bei der ersten Abnahme einer Festigkeitsuntersuchung unterzogen.Jedoch bereits nach 2,5 Jahren muss eine Innere Sichtprüfung veranlasst werden und nach dann weiteren 2,5 Jahren ist wieder eine Festigkeitsprüfung durchzuführen.

Folgendes Beispiel soll die Prägungen verdeutlichen:
Erste Prägung:    I 07.11. (TÜV Stempel) 11.13
Die erste Prägung bedeutet I = Die aktuelle Prüfung war im Juli 2011 und eine nächste Prüfung ist eine "innere" Sichtprüfung und muss im November 2013 (nach 2  1/2 ) Jahrendurchgeführt werden.

Zweite Prägung:  F 11.11 (TÜV Stempel) 07.13
Die zweite Prägung bedeutet: F = Die letzte Prüfung war im November 2011und eine nächste Prüfung ist eine "Festigkeitskontrolle" und muss im Juli 2013durchgeführt werden.

Prüffrist abgelaufen:·  Tauchflaschen, deren Prüffrist für die wiederkehrende Prüfung (TÜV) abgelaufen ist,  müssen sofort entleert werden ·  Eine nochmalige Verwendung zum "Leermachen" im Rahmen eines Tauchgangs ist  nicht mehr zulässig. Beim Transport von Tauchflaschen auf öffentlichen Straßen sind solche ebenfalls zu entleeren.

Transport von Tauchflaschen
Es gibt viele Gerüchte darüber, ob man mit einer Tauchflasche im Auto plötzlich Gefahrguttransporter ist und mit erheblichen Geldstrafen zu rechnen hätte. Zwar ist eine Tauchflasche ist im Sinne des ADR Gefahrgut. ADR und GGVS, die "GefahrenGutVerordnung Straße" - kurz GGVS - beschäftigen sich mit dem Transport von gefährlichen Gütern im Straßenverkehr. Zu diesen "gefährlichen" Gütern zählen auch Druckgasbehälter. Eine Tauchflasche ist ein unter Druck stehender, gefüllter Druckgasbehälter und damit prinzipiell wie jeder andere Druckbehälter zu behandeln.

Aber die ADR sieht eine Befreiung von Privatpersonen von diesen Vorschriften vor. Die konkrete Formulierung dafür lautet: Freistellungen im Zusammenhang mit der Art der Beförderungsdurchführung ("Allgemeine Freistellung") nach Unterabschnitt 1.1.3.1 welcher lautet:
Die Vorschriften des ADR gelten nicht für: Beförderung gefährlicher Güter, die von Privatpersonen durchgeführt werden, sofern diese Güter einzelhandelsgerecht abgepackt sind und für den persönlichen und häuslichen Gebrauch oder für Freizeit und Sport bestimmt sind, vorausgesetzt, es werden Maßnahmen getroffen, die unter normalen Beförderungsbedingungen ein Freiwerden des Inhalts verhindern.

Diese Maßnahmen sind aber zu beachten..Generell gilt laut der §§ 22,23 STVO zur Beförderung von Ladung im KFZ "...die Verkehrssicherheit des KFZ darf durch die Ladung nicht beeinträchtigt werden..." Das heißt, unabhängig von anderen Verordnungen ist die Ladung (also auch die Tauchflaschen) so zu sichern, daß sie nicht verrutschen kann. Dies ist durch geeignete Mittel sicherzustellen. Für Tauchflaschen bedeutet das, daß sie mit Zurrgurten, Klemmbalken, Kisten oder rutschhemmenden Unterlagen zu sichern sind. Außerdem hat eine Sicherung durch Schutzkappe, Schutzkiste oder anderen Schutzvorrichtungen zu geschehen.

Wenn die Gesamtmasse der beförderten Gefahrgüter 1000 kg (das sind rund 86 10 Liter- Flaschen) zu nichtgewerblichen Zwecken nicht überschreitet, gelten folgende Regeln:- Wenn nur Pressluft befördert wird, ist eine ständige Belüftung nicht nötig.- Es ist kein Feuerlöscher nötig.- Innerhalb Deutschlands ist das Mitführen von Beförderungspapieren nicht nötig.Wenn Geräte befördert werden, die als PSA (Persönliche SchutzAusrüstung) einzustufen sind, und alle Komponenten als Tauchgerät montiert über das CE-Zeichen verfügen, sind die weiterreichenden Anordnungen der GGVS nicht anzuwenden.

Privatpersonen, die ihre Tauchflaschen, egal ob Luft, Nitrox, Argon etc. zum (Sport/Hobby)-Tauchen oder Füllen im PKW transportieren, müssen grundsätzlich weder am PKW noch an der Flasche irgendwelche Gefahrzettel, Placards (Großzettel) oder Symbole anbringen und auch keinerlei Transportpapiere oder ähnliches mitführen. Sie müssen nur für eine Ladungssicherung nach der STVO sorgen.